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Ausgabe 11/12

Liebe Leserinnen und Leser,


das Jahr neigt sich mit großen Schritten dem Ende zu und ich blicke fragend zuruück: Wo ist nur die Zeit geblieben? Eben noch setzte ich meinen ersten Fuß in den KLATSCHMOHN Verlag und nun begrüße ich Sie als neu eingesetzte Verlagsleiterin. Gerade noch »entschlüpfte« das erste Maiglöckchen dem frostigen Frühlingsboden und nun sollen uns schon wieder buntes Laub, Sturm und Regen begegnen? Das geht mir alles zu schnell. Doch ich freue mich auch auf das Jahresende, denn die Herbstzeit ist für viele die Zeit der Besinnung, die Zeit, in der wir ruhiger und aufmerksamer werden. Aufmerksamkeit war auch für uns das Stichwort auf der Frankfurter Buchmesse vom 10. bis 14. Oktober 2012. Ganz genau haben wir hingeschaut, gelauscht und mit Interesse die Trends des Buchmarktes beobachtet. Auffällig war, dass der Brückenschlag zwischen der realen und digitalen Welt auch vor dem Buch als Traditionsgut keinen Halt macht. Er sorgt dafür, dass die Prioritäten neu gesetzt werden müssen. Um Bedürfnisse geht es, und darum, diese herauszufinden. Auf musikalischem Wege versucht dies auch das Festival für neue Musik in Mecklenburg-Vorpommern, welches vom 25. November bis 2. Dezember 2012 stattfindet. Unter dem Titel »Brücken« kommen jedes Jahr renommierte Interpreten und Musiker des Bundeslandes mit Studierenden der Hochschule für Musik und Theater Rostock und Komponisten der
Region zusammen. Um Brückenbildungen geht es hier und vor allem um aufmerksames, intensives Zuhören. Auch der Drang nach dem ständig Neuen, noch Besserem fegt wie ein eisiger Wind durch die Messehallen und hinterlässt unweigerlich den Eindruck man müsse das Rad – in diesem Fall, das Buch – permanent neu erfinden. Das macht doch Angst, oder? Doch anstatt der sich einschleichenden, trüben Herbsttristesse zu verfallen, nutzten wir aus der kulturkalender-Redaktion die Chance eine neue Rubrik einzuführen: die SZENE. Ausgerechnet am Ende des Jahres? – Ganz genau! Und warum? Weil unsere jungen und jung gebliebenen Leser auch in der dunkleren Jahreszeit dankbar für jeden »heißen Szene-
Tipp«, skurrile Berichte und bemerkenswerte Storys aus unserer Region sind. Seite 59 sei ab sofort ihnen gewidmet! Also: Auch wenn die Blätter fallen und die Tage kürzer werden, wird es in unserer kulturellen Umwelt ganz und gar nicht kühl und kahl. Bunt und vielfältig bleibt es z.B. auf dem PolenmARkT (15.11. bis 30.11.) in Greifswald und dem Europäischen Dokumentarfilmfestival dokumentART (16. bis 20.11.). Nehmen Sie sich Zeit, lehnen sich zurück und genießen Sie unsere Novemberausgabe. Ich wünsche Ihnen ruhige und besinnliche Herbsttage.

Ihre Nicole Höra
Verlagsleiterin

Titelbild: phanTECHMIKUM, Foto: Peter Lück


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