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Design ist überall

Helsinki ist die Welt-Designhauptstadt 2012

• Finnisches Design steht für Funktion mit Ästhetik, ist schnörkellos und praktisch. Die Men­schen im Norden stehen mit der Formgebung auch im Alltag auf du und du. Selbst in der Ferienwohnung tragen die Kaffeetassen das Logo von Arabia Finland, an den Haken in der Küche baumelt eine Fiskars-Schere und für die Blumen steht eine Vase von Alvar Aalto auf dem Tisch. Aber was ist ein Astiankuivauskaappi? Der hat seinen großen Auftritt nach dem Essen: So ein Abtropfschrank für Geschirr ist wohl in jedem finnischen Haushalt zu finden.

In der Hauptstadtregion Helsinki steht die Wiege vieler finnischer Marken wie Iitala, Marimekko und Nokia. Und das Design-Thema wird auch inhaltlich besetzt, unter anderem mit der Helsinki Design Week. Der Lohn: Am Ende eines harten Wettbewerbs wurde Helsinki zur Welt-Design­hauptstadt 2012 gekürt. Die Finnen hatten ihren Antrag unter das Motto »Open Helsinki – Embedding Design in Life« gestellt. Es gehe nicht nur um einzelne Objekte oder Modetrends, so die Orga­nisatoren. Ziel sei es, eine bessere Stadt zu entwickeln.

Was ist Design? Was macht gutes Design aus? Warum ist Design notwendig? Die Antworten auf diese Fragen sind so facettenreich wie das Programm. Los ging es mit der großen Eröffnungszeremonie auf dem Senatsplatz am Silvesterabend vor der Kathedrale. Es folgen Preisverleihungen am 2. Februar sowie im Frühjahr die Schau »Masters of Arts«, auf der Hochschulabsolventen sich dem Publikum vorstellen. Im Mai soll als zentraler Anlaufpunkt der »WDC Helsinki 2012 Pavillon« eröffnet werden. Dann starten auch Ausstellungen und Veranstaltungen unter freiem Himmel – dafür ist es im Winter zu kalt.

Das ganze Jahr über lohnt sich ein Besuch des Design-Viertels rund um die Uudenmaankatu mit unzähligen Läden, Galerien und Restaurants sowie dem Design Forum mit Designmuseum und Architekturmuseum. Weitere Pflichttermine sind das Finlandia-Haus, das Museum für Moderne Kunst »Kiasma« und die erst vor we­nigen Monaten eingeweihte Musikhalle. Im großen Saal hinter der Fassade aus Glas und Kupfer können 1700 Musikliebhaber eine ausgezeichnete Akustik genießen.

Wer nach so viel Kultur auf Einkaufstour gehen will, fährt mit der Straßenbahn 6 zum Factory Outlet für Produkte von Iittala, Arabia und Hackman. Besucher die mehr Zeit mitbringen, können nebenan etwas tun, was kein Reiseführer vorschlägt: Sich einfach hinter der unscheinbaren Fassade der neuen Aalto-Universität in die Cafeteria setzen und Kreativität atmen. Seit zwei Jahren arbeiten unter diesem Dach die Handelshochschule und die Technische Universität sowie die 1871 gegründete Hochschule für Angewandte Kunst, eine der angesehensten Design-Ausbildungsstätten weltweit. –

Carsten Klehn

Weitere Informationen: www.wdchelsinki2012.fi und www.visitfinland.de


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